150 Jahre Semmeringbahn
ERSTE GEBIRGSBAHN DER WELT UND UNESCO
WELTKULTURERBE FEIERT RUNDEN GEBURTSTAG

Faszination Semmeringbahn
Eine Ausstellung des Technischen Museums Wien und der Marktgemeinde Reichenau an der Rax im Schloss Reichenau

3. Juli bis 21. November 2004

Österreich war schon immer eine „Eisenbahnnation“ – führend im Bau von neuen Eisenbahnlinien. Sei es die erste Pferdeeisenbahn oder die faszinierende technische Leistung der Errichtung der ersten Gebirgsbahn der Welt.

Das Technische Museum Wien nimmt das Jubiläum „150 Jahre Semmeringbahn“ zum Anlass für eine Sonderausstellung: „Faszination Semmeringbahn“ – so der Titel der Schau - ist allerdings nicht wie gewohnt im Museum in Wien zu sehen, sondern im Schloss Reichenau am Fuße von Rax und Schneeberg. Diese attraktive Möglichkeit bot sich nach einer Förderungszusage der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich und dem Angebot einer Kooperation durch die Marktgemeinde Reichenau an der Rax.

In den historischen Räumen des Schlosses wird man in die Frühgeschichte der Eisenbahn und in die Zeit des Bau der Semmeringbahn versetzt. Der Rundgang der Ausstellung beginnt mit einem kurzen Rückblick auf die Pferdeeisenbahn Linz-Budweis-Gmunden, die ersten Dampfeisenbahnen in England und in der Habsburgermonarchie mit der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn.

Ein Teil der Ausstellung ist dem Bau der Bahn nach Süden gewidmet, die Wien mit dem Adriahafen Triest verbinden sollte und deren technisch anspruchsvollstes Teilstück die Semmeringstrecke war. Mit der Wien-Gloggnitzer-Eisenbahn wurde bis 1842 von Wien aus Gloggnitz erreicht. Unter vorläufiger Ausklammerung des Semmerings baute man in der Steiermark von Mürzzuschlag aus weiter und erreichte 1844 Graz, 1849 Laibach (Ljubljana) und schließlich 1857 Triest.

Im Zentrum der Ausstellung steht der Bau der Semmeringbahn von 1848 bis 1854. Das Leben und Wirken des Carl Ritter von Ghega, dem Erbauer der Bahn, wird ebenso thematisiert wie der Bau zahlreicher Tunnel und Viadukte. Die Besucherinnen und Besucher werden weiters über den „Lokomotivwettbewerb“ und die – von Engerth konstruierten – ersten gebirgstauglichen Lokomotiven der Welt sowie über die harten Arbeitsbedingungen beim Bau der Strecke informiert. Historische Ansichten zeigen die von der Eisenbahn überformte Landschaft. Abschließend spannt die Ausstellung noch einen Bogen bis in die Gegenwart der 1998 als Weltkulturerbe ausgezeichneten Semmeringbahn.

Aus dem großen Bestand der Eisenbahnsammlung und des Eisenbahnarchivs des Technischen Museums Wien wurden über 200 Objekte für die Ausstellung vorbereitet. Darunter sind historische Lokomotivmodelle, das erstmals auf der Weltausstellung 1904 in St. Louis gezeigte Semmering-Diorama, diverse Brückenmodelle, Signalanlagen und Geländemodelle der Semmering-Landschaft oder eine Bronzebüste des genialen Technikers von Ghega. Erstmals sind alle 14 Lithographien von Emerich Benkert, die Aquarelle von Erwin Alois Lahoda und Franz Witt sowie die Stahlstiche von Nicolas-Marie-Joseph Chapuy zu sehen.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Texten von Karl Heinz Knauer und Günter Dinhobl sowie zahlreichen Abbildungen in Farbe und einem historischen Streckenplan. Der Katalog im Umfang von 76 Seiten ist an der Ausstellungskasse und im Shop des Technischen Museums Wien erhältlich.

Information unter www.semmeringbahn.at oder der Telefonnummer 02664/20025,
Fax: 02664/20029 (Tourismusbüro Semmering).